Spastik-Behandlung

Diagnose, Therapie & Ziele

Das Wichtigste in Kürze

  • Fundament: Eine patientenindividuelle physikalische Therapie – Physiotherapie und Ergotherapie – bilden die Basis einer Spastik-Behandlung.
  • Medikamente: Es gibt darüber hinaus pharmakologische Optionen, um Spastiken zu behandeln oder Muskeln gezielt zu entspannen.
  • Prognose: Eine Spastik ist nicht vollständig heilbar. Ziel der Behandlung ist die Linderung von Schmerzen, die Vermeidung von Komplikationen und die Erhaltung oder Förderung der Selbstständigkeit.
  • Warnsignal: Eine plötzliche Zunahme der Spastik kann ein Warnzeichen des Körpers für unentdeckte Trigger sein – z. B. Infektionen.

Diagnose: Den Muskeltonus messen und testen

Die Diagnose einer Spastik erfordert zunächst die Abklärung der Ursachen sowie die Bewertung der Auswirkungen auf den Alltag – ggf. ergänzt durch differenzialdiagnostische Maßnahmen.

Die Messung des Muskeltonus erfolgt durch Ärzt*innen. Dabei wird durch passives Durchbewegen der Gelenke geprüft, ab welchem Winkel und bei welcher Geschwindigkeit der Muskel reflexartig blockiert.

Zur klinischen Einordnung der Spastik werden häufig zwei Skalen verwendet:

1. Modifizierte Ashworth-Skala (MAS): Die Ashworth-Skala wird oft standardmäßig genutzt. Ärzt*innen bewertet den gespürten Widerstand während einer passiven Bewegung auf einer Skala von 0 (normaler Tonus) bis 4 (betroffener Teil ist starr in Beugung oder Streckung).

MAS-ScoreKlinische Definition des Muskeltonus
0Keine Tonuserhöhung: Normale, widerstandsfreie Beweglichkeit.
1Leichte Tonuserhöhung: Erkennbar an einem plötzlichen Einrasten und Nachgeben („catch and release“) oder einem minimalen Widerstand am Ende der Bewegung.
1+Leichte bis mäßige Tonuserhöhung: Einrasten („catch“), gefolgt von minimalem Widerstand über den verbleibenden, kleineren Teil (weniger als die Hälfte) des Bewegungswegs.
2Deutliche Tonuserhöhung: Der Muskel leistet durch den Großteil der Bewegung deutlichen Widerstand, das Körperteil lässt sich jedoch noch gut passiv bewegen.
3Erhebliche Tonuserhöhung: Die passive Bewegung ist äußerst schwierig durchzuführen.
4Rigidität: Das betroffene Körperteil ist in Beugung oder Streckung völlig starr und lässt sich passiv nicht mehr bewegen.

2. Tardieu-Skala: Die Tardieu-Skala wird in der modernen Medizin zunehmend bevorzugt. Sie gilt als präziser, da sie die Geschwindigkeitsabhängigkeit der Spastik berücksichtigt und daraus die Ableitung weiterer diagnostischer Parameter möglich ist. Der Widerstand wird bei langsamer und bei schneller Dehnung gemessen. Das hilft beispielsweise, eine Spastik von einer strukturellen Gelenkversteifung – einer Kontraktur – zu unterscheiden.

Spastik therapieren: Die Basisbehandlung ohne Medikamente

Körperliche Therapieansätze sind wichtiger Bestandteil der Therapie einer Spastik. Medikamente können die Muskelspannung vorübergehend senken, ersetzen jedoch nicht die mechanische Dehnung und die Stärkung des Bewegungsapparats.

Physiotherapie bei Spastik

Die Physiotherapie bei Spastik fokussiert sich auf die Verbesserung motorischer Funktionen und die Tonusregulation. Nicht alle physiotherapeutischen Verfahren und Übungen leisten beides gleichzeitig – manche können auch zu einer Tonuserhöhung führen oder werden nicht toleriert. Die Auswahl physiotherapeutischer Bausteine sollte sich daher an den persönlichen Bedürfnissen und Zielen des Patient*innen orientieren. Das gilt auch bei der Auswahl an Übungen, die Patient*innen in Eigenregie zuhause durchführen können.

Ergotherapie bei Spastik

Die Ergotherapie bei Spastik zielt auf die Bewältigung des Alltags ab. Während die Physiotherapie grobmotorische Funktionen wie das Gangbild adressiert, trainiert die Ergotherapie eher die Feinmotorik der Hände und Arme. Die Therapeut*innen trainieren den Umgang mit Hilfsmitteln und Ersatzstrategien für Tätigkeiten wie das Ankleiden oder die Körperpflege.

Hilfsmittel

Orthesen und Schienen sind häufig eingesetzte orthopädische Hilfsmittel, die den Körper bei Spastik stützen, fixieren und entlasten sollen.

Was ist eine Orthese?

Eine Orthese ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das auf ärztliche Verordnung oft von Orthopädietechniker*innen angefertigt und individuell angepasst wird. Sie unterstützt die physiologische Haltung betroffener Gliedmaßen über einen längeren Zeitraum. Je nach Körperregion und Therapieziel gibt es unterschiedliche Formen: Orthesen zur Fixierung instabiler Gelenke, zur mechanischen Entlastung oder als stützendes Korsett. Darüber hinaus können motorisierte Orthesen bei bestimmten Bewegungsabläufen aktiv unterstützen.

Was ist eine Schiene?

Schienen umschließen betroffene Gliedmaßen meist nur teilweise und dienen zur kurzzeitigen Streckung oder Dehnung und sollen Haltung und Funktion unterstützen. Häufig sind Schienen keine Maßanfertigung, daher ist hier besonders auf Druckgeschwüre oder Durchblutungsstörungen zu achten. In Kombination mit einer Botulinumtoxin-Therapie kann die Schienenlagerung zu einer verbesserten Symptomatik führen.

Bei der Auswahl der geeigneten Orthese oder Schiene (z. B. Lagerungsschiene für die Hand oder Unterschenkelorthese bei Spitzfuß) beraten Ärzt*innen und Physio- oder Ergotherapeut*innen. Zur Vorbeugung von Kontrakturen wird eine regelmäßige Lagerung spastischer Gliedmaßen in größtmöglicher schmerzfreier Dehnung mit ausreichender Mobilisation empfohlen.

Medikamente gegen Spastik

Die medikamentöse Therapie der Spastik richtet sich danach, ob die Spastik den ganzen Körper betrifft oder nur einzelne Gliedmaßen sowie der Lokalisation der ursächlichen ZNS-Schädigung. Vor allem orale Antispastika und invasive Therapien sollten erst eingesetzt, wenn die Spastik trotz alternativer/anderer Maßnahmen nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Die Auswahl des Medikaments erfordert weiterhin eine Abgrenzung der Ursache von anderen Formen der Muskelsteifheit (wie Rigor bei der Parkinson-Krankheit) und sollte – wie alle anderen Therapieoptionen bei Spastik auch – auf den individuellen Patienten abgestimmt sein.

MedikamentengruppeAnwendungsgebietHauptnutzenTypische Wirkstoffe
BotulinumtoxinFokale, multifokale und segmentale SpastikGezielte, lokale Reduktion des Muskeltonus und spastikassoziierter SchmerzenBotulinumtoxin Typ A
Orale AntiseptikaMultisegmentale oder generalisierte SpastikZentrale Senkung der Erregbarkeit und des Muskeltonus. Mit systemischen Nebenwirkungen verbunden.Baclofen, Tizanidin, Tolperison
CannabinoideSpastik bei Multipler SkleroseAdd-on-Therapie bei unzureichender Wirkung von TablettenTHC/CBD-Extrakt (Nabiximol)
Intrathekale TherapieSchwere Spastiken mit unzureichender Wirkung oder nicht tolerablen Nebenwirkungen der anderen antispastischen Therapien.Starke muskelentspannende Wirkung direkt am Rückenmark bei geringer systemischer Dosis.Baclofen

Was tun bei schwerster Spastik?

Wenn physikalische, physiotherapeutische und oral-medikamentöse Behandlungen nicht mehr ausreichen oder die Nebenwirkungen nicht toleriert werden, können invasivere Optionen in Betracht gezogen werden.

Neurologische und orthopädische Operationen

Neurologische und orthopädische Operationen bei Erwachsenen können nach Ausschöpfung anderer Behandlungsmethoden durchgeführt werden. Sie können eingesetzt werden, um die übermäßige Nervenaktivität im Muskel zu normalisieren und gleichzeitig bestehende Veränderungen an Muskeln, Sehnen und Gelenken zu verbessern.

In diesem Stadium sind Medikamente und Physiotherapie wirkungslos, da die Blockade physikalischer Natur ist. Chirurgische Eingriffe wie Sehnenverlängerungen oder operative Muskelumsetzungen können die Gelenkmechanik verbessern, Schmerzen lindern und die Körperpflege erleichtern.

Die Intrathekale Baclofen-Pumpe (ITB)

Bei therapierefraktären, generalisierter multisegmentaler Para-, Hemi-, oder Tetraspastik mit einschießenden Tonussteigerungen kann eine Baclofen-Pumpe operativ implantiert werden. Sie gibt den muskelentspannenden Wirkstoff Baclofen über einen Katheter direkt in das Nervenwasser des Rückenmarks ab. Das hat den Vorteil, dass deutlich kleinere Dosen verabreicht werden können als bei einer oralen Therapie mit Baclofen. Therapieerfolg und Verträglichkeit hängen von einer erfolgreichen individuellen Einstellung der Pumpe sowie Vorbeugung und Umgang mit Komplikationen durch Behandlungsteam und Patient*innen ab.

Was ist die beste Behandlung bei Spastik?

Es gibt keine “beste” Therapie einer Spastik – die Behandlung basiert in der Regel auf einer individuell abgestimmten Kombination aus regelmäßiger Physio- und Ergotherapie, orthopädischen Hilfsmitteln und medikamentöser Therapie.

Welche Therapieoption zum Einsatz kommt, hängt davon ab, ob nur einzelne Muskelgruppen (fokale Spastik) oder mehr als zwei Gliedmaßen und der Rumpf (generalisierte Spastik) betroffen sind. Das Ziel ist es, den pathologisch erhöhten Muskeltonus zu senken, Komplikationen vorzubeugen und die Bewegungsfähigkeit so weit wie möglich zu erhalten oder wiederherzustellen. Es lässt sich in dem Zusammenhang auch nicht vorab sagen, welche Therapie bei welchen Patient*innen wirksam ist.

Ist eine Spastik nach Schlaganfall oder MS vollständig heilbar?

Eine Spastik ist nach heutigem medizinischem Stand nicht vollständig heilbar, da die Ursache für die Spastik in einer dauerhaften, irreversiblen Schädigung des zentralen Nervensystems (Gehirn oder Rückenmark) liegt – beispielsweise nach einem Schlaganfall, eine Multiple Sklerose (MS) oder eine Rückenmarksläsion mit Querschnittlähmung. Da das Gehirn hemmende Signale nicht mehr korrekt zur Muskulatur senden kann, reagieren die Muskeln auf Dehnungsreize mit einer unwillkürlichen Verkrampfung.

Eine gut eingestellte Spastik-Behandlung kann den Zustand jedoch verbessern. Die Muskelspannung lässt sich durch Medikamente und Training so weit reduzieren, dass schmerzhafte Spasmen zurückgehen, das Gangbild stabilisiert und strukturelle Verkürzungen (Kontrakturen) verhindert werden können.

Welche Ärzt*innen behandeln Spastik?

Erste Ansprechpartner*innen sind in der Regel behandelnde Hausärzt*innen und/oder Neurolog*innen.

Die Versorgung soll jedoch meist multidisziplinär erfolgen, und ein Team aus Haus- und Fachärzt*innen, Therapeut*innen und Pflege- und Sozialkräften umfassen.

Hausärzt*innen: Die erste Anlaufstelle

Der erste Schritt ist in der Regel das Gespräch mit dem/der Hausärzt*in. Betroffene sollten hier eingehend von ihren Symptomen berichten. Erhärtet sich der Verdacht auf eine Spastik, erfolgt eine Überweisung zu Neurolog*innen, die die weitere spezialisierte Diagnostik und Therapie koordinieren.

Neurolog*innen: Diagnose und Therapieplanung bei Spastik

Neurolog*innen klären mögliche Ursachen ab und erfragen Auswirkungen auf den Alltag. Zur Diagnose folgen körperliche Untersuchungen sowie neurologische Tests. Bei Bedarf werden bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt.

Im Rahmen der Untersuchung werden folgende Parameter ermittelt:

  • Muskelkraft: Prüfung auf vorliegende Lähmungen oder Schwächen (Paresen).
  • Muskeltonus: Messung des Grades der Muskelspannung (z. B. anhand der MAS).
  • Gelenkbeweglichkeit: Beurteilung des passiven Bewegungsradius zur Abgrenzung von Kontrakturen.
  • Schmerzintensität: Erfassung spastikassoziierter Schmerzen.

Diese Daten dienen als Basis für den individuellen Behandlungsplan, der festlegt, welche Therapieziele (z. B. Schmerzlinderung, Gangverbesserung) realistisch sind und welche physikalischen und pharmakologischen Behandlungsmethoden am besten geeignet sind. Bewertungsskalen helfen zudem dabei, den Therapieerfolg im Verlauf der Behandlung objektiv nachzuvollziehen.

Vorbereitung auf den Termin: Was Ärzt*innen wissen müssen

Für eine patientengerechte Spastiktherapie benötigen behandelnde Ärtz*innen ein umfassendes und möglichst präzises Gesamtbild der Beschwerden. Eine gezielte Vorbereitung auf den Termin erleichtert die Diagnosestellung und hilft bei der Auswahl der richtigen Therapiebausteine. Betroffene sollten sich vorab Gedanken oder sogar Notizen zu folgenden Aspekten machen:

  • Symptome und Verlauf: Wann sind Symptome wie Muskelsteifigkeit erstmals aufgetreten und wie haben sie sich im Laufe der Zeit entwickelt?
  • Alltagseinschränkungen: Was funktioniert nicht mehr wie früher? Bei welchen konkreten Aktivitäten im Alltag stört die Spastik am meisten?
  • Schmerzprofil: Treten Schmerzen auf? Wenn ja, bei welchen Bewegungen und wie stark sind sie?
  • Vollständige Medikation: Welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel werden aktuell eingenommen?

Das Ärzt*innengespräch: Welche Fragen Betroffene stellen sollten

Das Gespräch mit Fachärzt*innen dient nicht nur der Diagnose, sondern auch der gemeinsamen Festlegung des Behandlungsplans. Um realistische Erwartungen zu setzen und Behandlungsängste anzugehen, sollten Patient*innen folgende Fragen klären:

  • Welche Therapieverfahren kommen infrage? Unterschiedliche Maßnahmen stehen zur Verfügung, um eine Spastik zu lösen. Gemeinsam mit den Ärzt*innen wird festgelegt, welche Behandlungsoptionen individuell geeignet sind und wie sie kombiniert werden können.
  • Welche Therapieziele sind realistisch? Die Erwartungen an die Therapie sollten mit dem medizinisch Machbaren übereinstimmen und klar kommuniziert werden.
  • Wie läuft die Behandlung ab und wie lange dauert sie? Da die Spastik-Behandlung meist einen langfristigen Therapieplan erfordert, müssen Ablauf und Behandlungsintervalle geklärt werden.
  • Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten? Über Risiken und Nebenwirkungen der einzelnen Behandlungsoptionen sollten aufgeklärt werden. Auch die Möglichkeit, dass sich Symptome verschlimmern können, sollte offen angesprochen werden.
  • Was kann ich selbst zur Linderung beitragen? Ein wesentlicher Teil des Erfolgs liegt bei den Patient*innen selbst. In Absprache mit Ärzt*innen und Therapeut*innen können gezielte Übungen für zu Hause den Therapieprozess aktiv unterstützen.

Orthopäden und interdisziplinäre Teams

Bei Komplikationen wie Kontrakturen und Fehlhaltungen oder dem Bedarf an orthopädischen Hilfsmitteln sollten Fachärzt*innen für Orthopädie hinzugezogen werden. Weiterhin spielen spezialisierte Physiotherapeut*innen und Ergotherapeut*innen eine entscheidende Rolle, um haltungsbedingten Folgeschäden vorzubeugen.

Welche Behandlungsziele können mit einer Spastik-Therapie erreicht werden?

Moderne Therapieverfahren zielen in erster Linie darauf ab, den Betroffenen ihren Leidensdruck im Alltag zu nehmen. Eine erfolgreiche Behandlung ermöglicht es Patient*innen, wieder mobiler, selbstbestimmter und lebensfroher am gewohnten Alltag teilzunehmen.

Die allgemeinen Therapieziele können umfassen:

  • Verbesserung der Alltagsaktivitäten: Erleichterung des Ankleidens und des Essens.
  • Pflege- und Hygieneerleichterung: Erleichterung beim Waschen (z. B. der Handinnenflächen oder des Intimbereichs).
  • Verbesserung der Beweglichkeit im Alltag: Stabilisierung des Gehens, Sitzens oder Liegens; Ermöglichen des Greifens, Haltens und Tragens von Gegenständen sowie das schmerzfreie Tragen von Schienen.
  • Erleichterung der Physiotherapie: Senkung des Muskeltonus, um aktive und passive Übungen effektiver durchführen zu können.
  • Verbesserung der Körperhaltung: Korrektur von Armhaltungen und Ermöglichen des Tragens von festem Schuhwerk.
  • Erhöhung der Schlafqualität: Reduktion nächtlicher Spasmen und Einschlafstörungen durch schmerzhafte Verkrampfungen.
  • Schmerzreduktion: Nachhaltige Linderung von chronischen und einschießenden Schmerzen.

Die individuellen Behandlungsziele werden in der Vorbesprechung mit den Ärzt*innen formuliert. Da sich die Bedürfnisse im Verlauf einer Therapie ändern können, sollte die Machbarkeit der Ziele bei jedem Arztbesuch überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Wie gut eine Therapie anspricht, hängt von vielfältigen Faktoren ab – ein offener Austausch über Erwartungen und Resultate ist daher entscheidend für den Behandlungserfolg.

Spastik lösen: Hausmittel und ergänzende Maßnahmen

Die alleinige Anwendung von Hausmitteln kann eine zentralnervöse Spastik nicht auflösen. Wärmeapplikationen (Wärmekissen, Bäder) und sanfte Massagen können jedoch die Durchblutung fördern und für kurzfristige Entspannung sorgen.

Es sollte beachtet werden, dass auch sensorische Reize eine Spastik auslösen können. Außerdem ist darauf zu achten, Verbrennungen durch zu heiße Wärmequellen zu vermeiden.

Es gibt keine Evidenz, dass pflanzliche Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel wie hochdosiertes Magnesium bei einer Spastik eine Wirkung haben. Magnesium hat keinen nachweisbaren Effekt auf Überaktivitäten der motorischen Bahnen im ZNS.

Die Reittherapie zeigte in klinischen Studien bei Patient*innen mit Multipler Sklerose positive Effekte auf die Spastizität. Sie kann therapiebegleitend zur Reduktion des Muskeltonus und der Verbesserung von Koordination und Gleichgewicht eingesetzt werden.

Das Training mit Ganzkörper-Vibrationsplatten oder portablen Vibrationsgeräten für einzelne Gliedmaßen kann als ergänzende Maßnahme eingesetzt werden. Studien zeigen, dass die Vibrationen helfen können, den Muskeltonus zu reduzieren. Für die oberen Gliedmaßen sollen portable Vibrationsgeräte eingesetzt werden. Es sollte beachtet werden, dass Vibrationstherapie nur angewendet werden soll, wenn sie für Patient*innen sicher durchführbar sind.

Häufig gestellte Fragen zur Spastik-Behandlung

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